Aktuelles

Kirchgemeindeversammlung - Donnerstag, 23. Mai 2024

Wir laden Sie herzlich ein zur Teilnahme an der Kirchgemeindeversammlung (Rechnungsgemeinde) am Donnerstag, 23. Mai 2024, 20.00 Uhr, im Kirchgemeindezentrum.

Traktanden
- Rechnung 2023
- Ersatzwahl Vorsteherschaft
- Jahresbericht

Gedanken aus dem Mai-Band

DER FROSCH UND DER SKORPION


Achtung, dies ist keine heitere Fabel. Freigabe frühestens ab 12 Jahren!

Ein Skorpion wollte einen Fluss überqueren. Da trifft er am Ufer einen Frosch und bittet ihn: „Lieber Frosch, nimm mich bitte auf deinem Rücken mit zum anderen Ufer!“ „Ich bin doch nicht lebensmüde. Wenn wir dann auf dem Wasser sind, stichst du mich und dann muss ich sterben“, entgegnet der Frosch. „Wie könnt ich dich stechen? Dann müssten wir ja beide sterben“, antwortet der Skorpion. Der Frosch überlegt: „Ja, da hast du wohl recht. Also steig auf meinen Rücken.“ Kaum sind sie einige Meter vom Ufer weg, spürt der Frosch einen stechenden Schmerz und schreit: „Warum hast du mich doch gestochen? Jetzt müssen wir beide sterben!“ Der Skorpion: „Ich bin nun mal ein Skorpion und Skorpione stechen!“

Diese bekannte persische Fabel skizziert das Böse. Das Böse ist ein Phänomen und gleichzeitig eine Grunderfahrung. Es erscheint nie in Reinkultur. Das absolut Böse ist uns unbekannt. Es erscheint getarnt, oft als scheinbare Logik und Halbwahrheit: «Wie könnte ich stechen. Dann müssten wir ja beide sterben.»

Viele sagen, das Gute und das Böse bedingen sich. Auch das ist eine Halbwahrheit. Der Frosch bedarf des Skorpions nicht, das Gute bedarf des Bösen nicht und die Wahrheit bedarf der List und Lüge nicht. Böses böse zu nennen, fällt uns schwer. Aus Angst Fehler zu machen. Aus Angst vor schwarz-weiss Malerei. Das Böse erkennen wir erst, wenn es zu spät ist; siehe Beispiel Frosch und Skorpion.

Man muss nicht an das Böse glauben, um zu wissen, dass es Realität ist. Das Böse zu durchschauen und vom Bösen frei zu werden ist allerdings eine Sache, die unsere Fähigkeiten übersteigt. Diesbezüglich hilft beten. Wir Christen beten in unserem Zentral- Gebet, Erlöse uns vom Bösen. Wieviel Böses dadurch schon verhindert wurde, wissen wir nicht. Aber wie dringlich diese Bitte heute und in Zukunft ist, erahnen wir alle.

Mit besten den Wünschen zum Guten

Ihr Pfr. Roger Nünlist