HEIMAT - IM UNGEWISSEN HALT FINDEN
Herzliche Einladung zum Gottesdienst am Laiensonntag mit anschliessendem Kirchenkaffee!
Aufgaben:
◦ Gottesdienstbesucher*innen begrüssen
◦ Pfarrpersonen bei sämtlichen kirchlichen Anlässen unterstützen
◦ Gastgeber*in bei Konzerten oder Veranstaltungen in der Kirche
Wir bieten:
◦ Sinnvolle, abwechslungsreiche Tätigkeit
◦ Je ca. 5 h je Dienstwoche; 1 von 3 Wochen mit Dienst
◦ Solide Einführung und Weiterbildungsmöglichkeiten
◦ Offener und unterstützender Austausch im Team
◦ Zusammenarbeit mit ausgewählten Pfarrpersonen
Weitere Infos: http://www.ekgm.ch/mesmer
Hast Du das auch wahrgenommen? Die Tage werden kürzer, morgens ist es noch lange dunkel und am Abend ist es auch früh schon Nacht geworden. Ich tue mich immer schwer mit diesem Wechsel. Vor allem nach diesem Sommer und auch der Herbst war zum Teil sehr warm. Ich schreibe diesen Text am letzten Tag des Septembers und da waren es am Mittag 26 Grad Celsius. Nun ist die dunkle Jahreszeit aber endgültig mit strammen Schritten im Anmarsch.
Der November ist bald da und das Gedenken an die Verstorbenen steht an. Ich gebe es ja ehrlich zu, auch mir geht diese dunkle Zeit an die Substanz. Ich denke an meine verstorbene Mutter und merke: Trauer wird anders mit der Zeit, ganz vergehen will sie nicht. Ein vertrauter Geruch, eine plötzliche Erinnerung, ein Sprichwort, welches die Verstorbene gerne gebraucht hat und schon kommt manches wieder hoch. Besonders nagt an mir in letzter Zeit, dass ich so viele Gelegenheiten verpasst habe, um meiner Mutter noch Fragen zu stellen. Ich würde so gerne wissen, wie es ihr eigentlich in meinem jetzigen Alter gegangen ist. Aber gut, so haben wir alle wohl unsere schweren Stunden zu tragen!
Mir ist ein Wort des Trostes aus den Psalmen in allen schwierigen und traurigen Zeiten meines Lebens besonders wichtig geworden. Ich möchte es gerne mit Dir teilen:
In Psalm 56,9 steht geschrieben: «Gott, du sammelst meine Tränen in deinen Krug ohne Zweifel, du zählst sie». So fest wir auch in unserer Trauer versunken sind, so sehr hat Gott sich bereits leise und für uns unbemerkt an unsere Seite gestellt. Die tröstlichen Worte des Psalms beschreiben wie wertvoll wir – ein jeder von uns – in Gottes Augen sind.
Gott war bei uns, wo wir uns so allein und verlassen von der Welt fühlten. Er hat jede einzelne Träne nicht verrinnen lassen, sondern sie war so wertvoll, so dass er einen Krug bereit gestellt hat. In diesen Krug hat er unsere Tränen alle gesammelt.
Zeiten der Trauer haben bei Gott ihren Wert. Er steht aufmerksam an unserer Seite, er begleitet uns durch die Zeit der Trauer. In Gedanken und Gebeten können und sollen wir zu ihm kommen. Wir dürfen Gott um seinen Rat und seinen Trost bitten.
Die Zeit der Trauer ist für uns schwierig und wertvoll zugleich. Wer Trauer verdrängt, und allzu schnell zur Tagesordnung übergeht, dessen verletzte Seele kann nicht heilen. Wunden und Narben bleiben zurück. Indem Gott unsere Tränen wertschätzt und in seinem Krug aufbewahrt, will er uns ermutigen, dass wir uns Zeit nehmen sollen.
Gottes Geist ist es, der uns aus der Trauer hinausführen will. Stück für Stück will er neue Hoffnung in unsere Herzen pflanzen.
Möge diese Hoffnung in unseren Herzen lebendig sein und uns aus der Dunkelheit ins Licht führen.
Trauer kann auch einsam machen. Das ist nicht gut, wenn es zum Dauerzustand wird. So wollen wir am Ewigkeitssonntag gemeinsam unserer Trauer Ausdruck geben, Hoffnung schöpfen und uns Gott anvertrauen. Schau Dir doch bitte die gesonderte Einladung zu diesem besonderen Gottesdienst im Innenteil dieser Band-Ausgabe an. Ich würde mich sehr freuen, Dich dann zu sehen!
Gott segne Dich und behüte Dich auf allen Deinen Wegen. Er stärke Dich, er tröste Dich und er gebe Dir seinen ewigen Frieden!
Herzliche Grüsse, Gott befohlen
Dein Pfarrer Jens Liedtke-Siems